Schuetzen

Vereins Gruendung

Vereinsgründung

Während in Herringhausen und Hellinghausen die Einwohnerzahlen konstant blieben, wurde Overhagen weiter ausgebaut. So entstanden 1920 z. B. im Nahtfeld 6 neue Häuser von Reichsbahnbediensteten. Dies wirkte sich auch auf den Schützenverein aus: In den Mitgliederversammlungen hatte Overhagen bei Abstimmungen die Mehrheit.

Im Jahre 1924 solle auf der Generalversammlung über einen Antrag abgestimmt werden, das Schützenfest nur noch alle 4 Jahre in Herringhausen und Hellinghausen zu feiern. In Overhagen sollte dafür alle 2 Jahre ein Schützenfest stattfinden. Beispiel: Overhagen - Herringhausen - Overhagen - Hellinghausen - Overhagen - ... Da die Schützen aus Herringhausen und Hellinghausen die Annahme dieses Antrages nicht verhindern konnten, traten sie geschlossen aus dem Verein aus, um einen eigenen Schützenverein zu gründen.

Am 29.08.1924 berichtete der Patriot: Der Friedhardtskirchener Schützenverein, umfassend die Gemeinden Hellinghausen, Herringhausen und Overhagen, hat in seiner letzten Generalversammlung beschlossen, in diesem Jahr kein Schützenfest zu feiern. Am 30.08.1924 erschien folgende Berichtigung:

Herringhausen, 29. Aug. 1924

Klarstellung der Notiz unter Overhagen über das Friedhardtskirchener Schützenfest

Man schreibt uns: Der Schützenverein Friedhardtskirchen umfasste letzher das ganze Kirchspiel Hellinghausen, Herringhausen und Overhagen. Nachdem in der letzten Generalversammlung zu Overhagen die Erklärung abgegeben wurde, dass von der alten Gepflogenheit, das Schützenfest abwechselnd in den drei Dörfern zu feiern, Abstand genommen werden sollte und bei der Majorität der Mitglieder aus Overhagen mit der Annahme dieser Forderung gerechnet werden musste, war den Mitgliedern aus Herringhausen und Hellinghausen das Interesse am alten Verein genommen. Nach friedlicher und neidloser Scheidung vom alten Verein beschlossen die Dörfer Herringhausen und Hellinghausen, einen eigenen Schützenverein unter dem Titel "Schützenverein Friedhardtskirchen - Hellinghausen und Herringhausen" zu gründen. Das Gründungsfest dieses Vereins wird - siehe Inserat - am 31. August und 1. September in Herringhausen gefeiert und alles wetteifert, das Geburtsfest des neuen Vereins in besonders festlicher Weise zu begehen.

Im Patriot vom 02.09.1924 wurde über die Gründungsfeier wie folgt berichtet:

Herringhausen, 02. Sept. 1924

Nachklang von der Gründungsfeier unseres Schützenvereins

Wenn man von einer johlenden Kindtauffeier auf das Gedeihen des neugeborenen Sprösslings zu schließen pflegen kann, so sind unserem jungen Schützenverein die Lebensbedingungen in vollem Maße mitgegeben. Denn seine Geburtstagsfeier hat den glänzendsten Verlauf genommen.

Ein solches Fest hat Herringhausen noch nicht erlebt, so viele frohe Gesichter in seinen Grenzen noch nicht zusammen gesehen. Herr Oberst Grote hob das junge Kind in seiner wohlgeformten, feierlichen Eröffnungsrede bei der Kirchenparade unter Bestellung aller Dorfbewohner als Gevattern desselben aus der Taufe und gab ihm "Freude und Friede" als die besten Genien mit auf seinen Lebensweg.

Kaum auf dem Festplatz angekommen, rückten als geladene Kindtaufsgäste die Schützenvereine Böckum und Benninghausen in unerwartet großer Zahl mit eigenen Musikkapellen ein, und nun begann ein Festtrubel echter, dörflicher Art. - Am ersten Tage war der demokratische Charakter streng gewahrt, denn es fehlte der König: der zweite Tag sollte der Errichtung der neuen Schützenmonarchie gelten.

Nach dem Festgottesdienst in der Pfarrkirche, nach schneidiger Schlossparade vor dem Herrn Baron von Schorlemer, wurde in sinnvoller Weise dieser bedeutungsvolle Tag durch eine patriotische Schulfeier aus Anlass der nachzuholenden Verfassungsfeier unter dem Festzelt eingeleitet. Die Darbietung eines gemischten Gesangchores, die Deklamation der Kinder, die von warmer Begeisterung für das liebe Vaterland gehaltene Festrede leiteten in wirkungsvoller Feier den erwartungsvollen Glanzakt des Festes, das Vogelschießen ein.

Ein echter Wettkampf um die höchste Würde setzte ein: Herr Heinr. Piepenbreier sen., Herringhausen, holte die Krone herunter. Herr Kassenanwärter Fritz Dröge, Herringhausen, tat den Königschuss. Als echter Retter seines Reiches bestieg er nach voraufgegangener Einholung von Zepter und Reichsadler als Friederich der I. den Schützenthron und erkor sich Fräulein Ella Berkemeier, Herringhausen, zu seiner Königin.

Von dem in diesem Jahre so grimmen Wettergott war kein anständiges Festwetter zu erbitten; durch einen geschickt gewählten Kompromiss gelang es unter Preisgabe der Zeltfreiheit als erweiterter Festplatz für sämtliche Märsche einen trockenen Himmel zu gewinnen: Unter den zuverlässigen Günninghauser Wanderzelten konnten wir den Launen des Wettergottes Trotz bieten, seine mächtigen Himmelsergüsse wurden innerhalb des Zeltes durch das köstliche Maß des Festwirtes kräftig erwidert.

Die "Zeltfreiheit" war bald als Schlammbad für die Freiübungen schwankender Gestalten eingerichtet: nach Meldung des Bataillonsarztes Herrn Hesse sind indes keine Schwerkranke zu verzeichnen gewesen.

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